STEUERSCHULDEN

Eigenverwaltung bei Steuerschulden: Finanzamt, Rückstände und neue Steuern

Steuerrückstände schließen eine Eigenverwaltung nicht automatisch aus. Entscheidend ist die Trennung zwischen bereits entstandenen Forderungen, neuen laufenden Verpflichtungen und möglichen persönlichen Haftungsthemen der Geschäftsführung.

Alte und neue Steuern trennen

Für die Sanierungsplanung muss exakt geklärt werden, welche Steuerforderungen insolvenzrechtlich welchem Zeitraum zuzuordnen sind. Neue Verpflichtungen während des Verfahrens dürfen nicht einfach zu neuen Rückständen werden.

Vollstreckungsdruck

Kontopfändungen oder andere Vollstreckungsmaßnahmen können die operative Handlungsfähigkeit unmittelbar treffen. Ein Insolvenzantrag stoppt nicht pauschal jede Vollstreckung bereits mit seiner Einreichung; gerichtliche Sicherungsmaßnahmen und später die Wirkungen des eröffneten Verfahrens sind zu unterscheiden.

Finanzamt als Gläubiger

Steuerforderungen können im Insolvenzplan eine wichtige Rolle spielen. Das Finanzamt ist kein wirtschaftlich bedeutungsloser Gläubiger und muss in der Planung realistisch berücksichtigt werden.

Persönliche Haftung

Die Sanierung der GmbH beseitigt mögliche persönliche Haftung des Geschäftsführers für Steuern nicht automatisch. Diese Ebene gehört gesondert in die rechtliche Prüfung.

Neue Rückstände sind Warnsignal

Anders sieht es aus, wenn das Unternehmen jeden Monat neue Verluste produziert und trotzdem fortlaufend neue Umsatzsteuerrückstände entstehen. Dann ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit selbst zu hinterfragen.

Rechtsstand: September 2026. Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Rechtliche und steuerliche Fragen werden durch die jeweils zuständigen Berufsträger geprüft.
Primärquellen: § 270a InsO · § 38 InsO · § 55 InsO · § 69 AO.
Autor: Eric Kratzer · Unternehmer und Restrukturierungsmanager.
IHR NÄCHSTER SCHRITT

Prüfen, solange noch Handlungsspielraum besteht.

Eine erste wirtschaftliche Einordnung zeigt, ob Eigenverwaltung tragfähig erscheint und welche Alternativen vorbereitet werden sollten.